SVC mit Kampfgeist und Pech im Pokal

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Neustadt/Weinstraße – Auch wenn die letzten rot-weißen Jubelstunden aus dem SSV-Pokal kaum mehr als zwei Monate alt sind, hätte der SV Cannstatt auch im Viertelfinale die Erfolgsgeschichte aus dem Fünfmeterkrimi gegen Frankfurt gerne fortgeschrieben. Am Ende blieb es für die Sauerwasserstädter in der pfälzischen Fremde lediglich beim frommen Wunschgedanken: Gegen den SC Neustadt/Weinstraße verloren die Gäste knapp mit 5:6 (1:1,0:2,2:3,2:0).

Dreißig Sekunden vor Schluss hatte Rechtsaußenspezialist Adrian Thran aus Cannstatter Sicht nochmal alles in der eigenen Hand: Nach einer Auszeit und kurzen taktischen Ansage des erneut für den verletzten Trainer Andras Feher eingesprungenen Lennart Löscher tauchte der zweitjüngste der Thran-Brüder plötzlich frei vor dem gegnerischen Tor auf. Er hatte Platz zum Abschluss, setzte zum Wurf an – und wurde jäh durch einen Schiedsrichterpfiff unterbrochen. „Vollkommen unverständlich“, sei die Entscheidung der Schiedsrichter in diesem Moment für ihn gewesen, reagierte Interimscoach Löscher nach Spielabpfiff leicht gereizt auf diese letzte brisante Situation. Für seine Mannschaft hätte sie den Ausgleich bedeuten können – und damit eine eventuelle Neuauflage des Fünfmeterkrimis aus dem Achtelfinale. Am Ende blieb es bei der knappen 6:5-Führung für den SC Neustadt/Weinstraße, der sich damit über den Einzug ins Halbfinale freuen darf. An der Mombachquelle hingegen steht nun endgültig nur noch das abschließende Lokalderby beim SV Ludwigsburg im Kalender.

Trotz des enttäuschenden Resultats vermochte Lennart Löscher es, viel Positives vom Duell an der Weinstraße mit zurück in die Landeshauptstadt zu bringen. „Für mich ist es ein gefühlter Sieg“, lobte der derzeit verletzte Kapitän der Cannstatter Herren im Rückblick die Leistung seiner Mannschaft. Schließlich habe man in der Liga zuletzt deutlich gegen die Neustädter verloren, da sei eine geeinte Teamleistung mit erneut zahlreichen Ausfällen in den eigenen Reihen und vielen Nachwuchskräften im Wasser durchaus ein achtbares Ergebnis. Besonders hervorheben konnte Lennart Löscher dabei die geschlossenen Abwehrreihen auf Cannstatter Seite, die ihn einmal mehr überraschten: „Wir haben eine sehr gute Abwehr gespielt, ich habe die Mannschaft lange nicht mehr so gut verteidigen gesehen. Das war wirklich auf hohem Niveau.“ Individuell und als Team habe man den offensiv starken Neustädtern über weite Phasen des Spiels hinweg gut Paroli bieten können – auch wenn es dadurch in der Vorwärtsbewegung häufig an Durchschlagskraft mangelte. „Nach vorne haben wir eben probiert, was möglich war, hatten aber leider zu häufig Pech.“

Trotz dieser weiterhin bestehenden Probleme, die am Ende vielleicht auch den endgültigen Triumph gegen die spielstarken Hausherren verhinderte,  blickt Lennart Löscher voller Vorfreude in die nahe Zukunft: Bald schon möchte der Langzeitverletzte wieder in den Trainingsbetrieb zurückkehren, die neue Spielzeit kann dann nur vielversprechend werden. Vermag es der Verein, einen Großteil seiner Spieler zu halten und alte Routiniers nach ihrer Rückkehr wieder aktiv zu integrieren, so ist die Hoffnung groß, dass der gerade erst begonnene Aufwärtstrend auch weiterhin kräftig anzieht.

Der Ausflug in süddeutsche Pokalgefilde ist für die Herrenmannschaft des SV Cannstatt mit der schlussendlichen 5:6-Niederlage zwar erst einmal beendet. Den Traditionsverein wird man auf bundesdeutschem Niveau dennoch nicht gänzlich vermissen: Etwas mehr Glück bei ihrem süddeutschen Auftritt hatte vor knapp zwei Wochen die U12-Mannschaft der vereinseigenen Talentschmiede. Mit dem vierten Platz vor heimischem Publikum sicherten sich die Jungspunde ihren Einzug in die Vorrunde des deutschen Pokals der U12-Mannschaften.

Für den SV Cannstatt waren im Einsatz: Anastasios Bitsos, Tin Delmo, Moritz Hartmann, Julian Thran (2 Tore), Novak Zugic, Adrian Thran (1), Evan Müller (1), Daniel Stoll, Benjamin Lehmann, Mike Troll (1), Valentin Tuda.

Von Felix Heck

  
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