17.07.2017 Behindertensport Behindertensport

Rekorde und Meistertitel in Berlin

Der erste Rekord stand schon vor dem Start der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Berlin vom 6.-9.07.2017 fest: Mit rund 620 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 52 Ländern war der Wettkampf so gut besucht und international besetzt wie noch nie zuvor.


Im ersten Jahr nach den Paralympics in Rio kamen viele Nationalmannschaften in die Schwimm- und Sprunghalle im Europapark an der Landsberger Allee um ihren Nachwuchsportlern, die eine Perspektive haben in Tokyo 2020 mit dabei zu sein, an internationale Wettkämpfe mit ihren Vor- und Endläufen heranzuführen und als letzter großer Test für die Top-Athletinnen und Athleten vor der diesjährigen WM in Mexico City vom 30.09.-06.10.2017. Die IDM war in diesem Jahr außerdem das Finale einer weltweiten Wettkampfserie, der 2017 Para Swimming World Series, was das Teilnehmerfeld zusätzlich vergrößerte und womit die Veranstaltung ihren Ruf als international bedeutendster Wettkampf nach Paralympics und Weltmeisterschaften weiter ausbauen konnte.

Mit Svenja Erni (2003), Jan Nic Arnold (2002) und Christina Ziegler (1986) vertraten drei Sportlerinnen und Sportler in Berlin den SV Cannstatt 1898 e.V., unterstützt von den beiden Trainern Leila Wörner und Jan Heffner, sowie der Betreuerin Iris Erni. Anders als in den vergangenen Jahren endeten die vier Wettkampftage für die beiden Nachwuchssportler Svenja Erni und Jan Nic Arnold dieses Jahr leider immer nach den Vorläufen am frühen Nachmittag, statt wie in den Vorjahren erst am Abend nach den Final-Wettkämpfen. Da es in diesem Jahr nur internationale Endläufe gab und zusätzlich die Mannschaften aus dem Ausland mit sehr starken Nachwuchskräften auch schon in den Jahrgängen ab 2004 angereist waren, blieben die Final-Läufe - auch in der Jugend - auf deutscher Seite nur den aktuellen und baldigen Mitgliedern der Nationalmannschaft vorbehalten. In den Einzel-A-Finalen, die den Internationalen Deutschen Meister ermitteln, konnte sich während der gesamten Veranstaltung kein Deutscher durchsetzen. Jedoch konnten drei Titel deutsche Mannschaften in den Staffel-Wettkämpfen sichern. Darunter war sensationell das „Team WBRS“. Gemeinsam mit Marlene Endrolath (SV Göppingen) und Stefan Löffler (TSG Reutlingen) setzten sich Svenja Erni und Jan Nic Arnold in der 4 x 50 m Lagen mixed Staffel knapp vor dem SC Potsdam und einer Mannschaft aus Island durch.

Für Jan Nic Arnold, der seine persönlichen Bestleistungen durchweg steigern konnte, blieb es nicht bei diesem einen Titel im Mannschaftwettbewerb. Über 50 m Rücken setzte er sich im Vorlauf gegen die Konkurrenz durch und wurde Internationaler Deutscher Meister in der Jugend B. Svenja Erni startete mit einer persönlichen Belastung in den ersten Wettkampftag. Am Tag zuvor wurde sie in eine für sie ungünstigere Startklasse eingeordnet, was für sie weniger Punkte und mehr Konkurrenz bedeutete. Sportlich beindruckte sie dieser Umstand wenig. Auch sie konnte durchweg ihre Bestzeiten wesentlich verbessern. Vordere Platzierungen in den Einzeldisziplinen waren für sie dennoch nicht zu erreichen.

Christina Ziegler gewann in ihrer Startklasse SB2 Gold über 100m Brust und Silber über 50m Brust.

Insgesamt standen zum Schluss 35 neue Weltrekorde und 27 kontinentalen Bestleitungen bei der diesjährigen IDM in Berlin im Protokoll. Nach der WM in Mexico im September beginnt das neue Wettkampfjahr international mit den europäischen Jugendspielen vom 10.-15.10.17 in Liguria in Italien. Für die Schwimmerinnen und Schwimmer des SV Cannstatt ist der nächste Höhepunkt die Deutsche Kurzbahnmeisterschaft, welche vom 17.-19.11.2017 in Remscheid stattfindet.

Text: Jan Heffner